Heimatforscher besuchen Mittelalter-Haus in Nienover

Am 10. Juli trafen sich Mitglieder der Fachgruppe Ur- und Frühgeschichte der Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung am Mittelalter-Haus in Nienover. Hier zeigen interessierte Gruppen mittelalterliches Leben. Nienover war eine planmäßige Anlage der Grafen von Dassel und existierte etwa zwischen 1180 und 1270. Die Stadt ist zweimal abgebrannt und wurde nach dem zweiten Brand nicht wieder aufgebaut. Das Haus, das nunmehr rekonstruiert wurde, stammt etwa aus 1230 und war wohl ein Backhaus. In Versuchen hat man nachgewiesen, dass hier durchaus im nach Befunden nachgebauten Backofen gebacken werden konnte, allerdings unter erheblicher Rauchentwicklung. Dies war jedoch vorteilhaft für die auf dem Boden gelagerten Vorräte. Neben dem Backofen befinden sich im Erdgeschoss eine Kochstelle und ein abgetrennter Vorratsraum, der mit einem Laden verschlossen werden kann. Über eine Treppe gelangt man in den Wohn-, Schlaf- und Arbeitsraum nebst Abtritt. Hier wurde die Kleidung der damaligen Zeit vorgeführt. Schließlich wurden das Brettchen-Weben und die Funktion des Spinnwirtels demonstriert sowie Färberpflanzen gezeigt, mit denen man Wolle färben kann. Von der Wolle bis zum fertigen Kleid wurden im Mittelalter etwa 800 Arbeitsstunden benötigt. Das mit Leben erfüllte Mittelalterhaus vermittelt Geschichte lebendig und informativ.