Besuch der Grabung in Walkenried

Am 17. September besuchte eine Gruppe der Fachgruppe Ur- und Frühgeschichte die Grabung am Kloster Walkenried. Die derzeitige Grabung bezeichnete Kreisarchäologe Dr. Stefan Flindt als eine große Herausforderung, da Romanik, Gotik und Phasen vom 16. bis 19. Jahrhundert, An- und Umbauten, alles immer wieder unterbrochen durch neuzeitliche Störungen, ein schwer zu durchschauendes Konglomerat bilden. In den voraufgegangenen Grabungen wurden die Kellergewölbe des Konversentrakts freigelegt und nicht nur eine Heizungsanlage, sondern auch der Westabschluss der romanischen Kirche, Vorgänger der gotischen Kirchenruine, gefunden. Es traten allerdings kaum Funde zu Tage. Es konnten mehrere Bau- und Umbauphasen festgestellt werden sowie verschiedene Wassergräben. Wärend der diesjährigen Grabung waren die Funde zahlreicher: Schmuck, Stacknahdeln, eiserne Füße von Öfen u.a. Zudem wurde festgestellt, dass auch der romanische Trakt für die Laienbrü sich direkt am Kloster befunden haben dürfte. Der spektakulärste Befund in diesem Jahr war bisher neben einem Backofen ein korbförmiger Gipsbrennofen, wohl aus dem 16. Jahrhundert. Bronzereste und Schmelztigel auf dem umliegenden Areal deuten auf Metallverarbeitung vor dem ehemaligen Refektorium hin. Zwischen den Fundamenten eines offenbar in Fachwerk-Bauweise errichteten Nebengebäudes fanden sich Tonfliesen, zum Teil noch im Verbund, eines Fußbodens. Die Fundamente des neuzeitlichen Amtshauses verraten eine nicht sehr sorgfältige Bauweise. Auch hier sind mehrere Bauphasen erkennbar. Nach dem Abriss dieses Amtshauses 1862 wurde durch die Fundamente der Mühlgraben gelegt. Mittelalterliche Keramik unter dem Amtshaus weisen auf Vorgänger-Bauten oder ehemalige Nebengebäude hin. Es scheint sicher, dass noch weitere Überraschungen zu erwarten sind.